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Telekommunikationsantennen (Quelle: publicdomainpictures.net)

Ortung mobiler Endgeräte

In diesem Beitrag werden Überwachungstechniken in Bezug auf die Ortung von mobilen Computer vorgestellt. Im Gegensatz zu GovWare, die in einem anderen Blogbeitrag behandelt wird, muss dazu kein Script oder Software auf das Gerät geladen werden. Die Überwachung geschieht mit Hilfe von externen Geräten. Das Abhören von Telefonaten wird in diesem Blogbeitrag behandelt.

Kleiner Tipp am Rande: Wie man sein eigenes Handy mit oder ohne App orten kann (bei Diebstahl, Verlust), darüber gibt unter anderem diese und diese Seite Auskunft.

Ortungstechniken

GSM-Ortung

Mobilfunkanbieter können die Position eines Gerätes anhand der Funkzelle, in der es angemeldet ist, orten. Auch wenn modern Smartphones mit UMTS (3G) oder LTE (4G) kommunizieren, funktionieren sie immer noch über ein GSM (2G) Netzwerk, und sind deshalb nach wie vor anfällig gegen diese Form der Ortung. Es gibt verschiedene Verfahren, wobei die Genauigkeit der Position recht unterschiedlich ausfällt. Für die Anwendung im Geheimen bieten sich die 3 Methoden „Cell-ID“ („Cell of origin“), „Timing Advance“ und „Uplink Time Difference of Arrival“ an, weil dazu keine Anpassungen am Endgerät nötig sind.

Stille SMS (Stealth Ping)

Es wird eine SMS an eine Handy-Nummer gesendet, ohne dass sie beim Empfänger angezeigt wird, oder er über eine einkommende Nachricht informiert wird. Beim Mobilfunkanbieter entstehen jedoch Kommunikationsdaten, die von den Behörden angefordert werden können. Darin können Position und/oder IMSI-Nummer (Was ist eine IMSI-Nummer?) enthalten sein. Diese Methode war in der Schweiz bereits 2004 ein Thema in den Medien (folglich Artikel im FACTS, veröffentlicht hier). Eine Stille SMS kann jeder verschicken, denn es ist nichts anderes als eine Empfangsbestätigung. Im Normalfall gibt dies jedoch keine Auskunft über den Aufenthaltsort sonder nur, ob das Gerät eingeschaltet und empfangsbereit ist.

IMSI-Catcher

Darunter versteht man ein Gerät, das eine Funkzelle simuliert. Es sendet ein besonders starkes Signal aus und überlagert dabei dasjenige normaler Funkantennen. Nun ist es so, dass GSM-Geräte (z.B. Handys) sich immer in die Funkzelle einwählen, die das stärkste Signal bietet. Sogleich liest der IMSI-Catcher die auf der SIM-Karte gespeicherte International Mobile Subscriber Identity (IMSI) aus. Die IMSI-Nummer dient der eindeutigen Identifizierung von Netzteilnehmern in GSM- und UMTS-Mobilfunknetzen. Anhand der IMSI können sich die Behörden beim Mobilfunkanbieter die entsprechenden Kundendaten geben lassen. Dies ist übrigens auch bei Prepaid Kunden möglich, denn seit 2004 ist in der Schweiz eine Registrierung nötig. Gemäss zeit.de wurde in Deutschland der erste IMSI-Catcher bereits 1998 verwendet. Die Geräte können anscheinend dank Anleitungen im Internet und dank Verfügbarkeiten der Hardwarekomponenten selbst hergestellt werden.

Ortung über die IMEI-Nummer

Die IMEI-Nummer dient theoretisch der eindeutigen Identifikation eines GSM- oder UMTS Endgerätes. Der Funknetzbetreiber kann das Gerät in seinem Netz lokalisieren. Ist das Gerät in einem anderen Netz angemeldet, wird es schon schwierig, da dieser Netzbetreiber möglicherweise die IMEI-Nummer nicht auf seiner Liste hat. Die Nummer kann ausserdem auf dem Gerät manipuliert werden. Auch deshalb ist es eine unzuverlässige Überwachungsmethode. Die Grundlagen finden sich unter handynummerorten.eu, Wikipedia oder netzwelt.de.

Ortung über GPS

Diese Ortung durch Satellitenunterstützung ist weit verbreitet und kommt in vielen Anwendungsbereichen zum Einsatz. Mehr Grundlagen zur GPS-Ortung hier, hier oder in folgendem Video:

Anwendungsbeispiele:

Als Ergänzung hier noch von einem Anbieter von GPS-Tracker:

  • Sicherheit für Ihre Kinder
  • Demenzpatienten Freiraum gewähren und im Notfall finden
  • Diebstahlsicherung und Tracking von Autos, Transportern und LKWs
  • entlaufene Haustiere aufspüren
  • Güter und Fracht überwachen, Ladungssicherung

 WLAN-basierte Ortung

Die WLAN-basierte Ortung berechnet die Position anhand von WLAN-Ausbreitungsmustern. In der heutigen Zeit gibt es viele Orte wo man zahlreiche WLAN-Signale empfangen kann. Diese Signale stammen von Hotspots, Firmennetzwerken oder privaten Heimnetzwerken. Die Kenntnis über den Standort dieser Netzwerke (Router) erlaubt so die Berechnung des Standortes. Der Vorteil ist, dass auch innerhalb von Gebäuden eine Positionsbestimmung ziemlich genau möglich ist.

Mit Pry-Fi gibt es eine Android-App, die durch gelegentliches wechseln der MAC-Adresse verhindert, dass durch WLAN-Ortung ein Bewegungsprofil erstellt werden kann. Es braucht dazu Root-Rechte.

Mehr Informationen: Ausführlicher und sehr technischer Artikel auf fhnw.ch

Schutz vor Schnüffeleien

Für technikaffine Benutzer ist es inzwischen anscheinend möglich, Tracking und Abhöraktionen zu entdecken. So z.B. über ein Plugin von Osmocom. Wie erfolgreich sich Benutzer (ganz zu schweigen von denen, die keine Elektroingenieure, Informatiker oder ähnliches sind) gegen Schnüffeleien in der Realität tatsächlich schützen können, ist mir nicht bekannt.

Aber auch die „legalen“ Daten, die wir auf unserem Smartphone preisgeben, senden wir manchmal all zu freigebig an Unternehmen wie Apple und man kann im Endeffekt nie zu 100% wissen, was mit den Daten genau geschieht. Dass diese von amerikanischen oder englischen Überwachungsprogrammen wie Tempora oder Prism gefiltert werden, sollte inzwischen allen klar sein (siehe hier). Deshalb hilft es manchmal auch nur, wenn sich die Benutzer mehr darüber im Klaren wären. Eine Liste für iOS 8 ist hier zu finden. Ist man sich dessen bewusst, kann man gewisse Dienste ein- oder ausschalten.

4 Kommentare zu “Ortung mobiler Endgeräte

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